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Grimme-Preis für UFA FICTION-Produktion LANDGERICHT

14.03.2018

 

Potsdam, 14. März 2018. Heute wurde bekannt gegeben, dass die UFA FICTION-Produktion LANDGERICHT - GESCHICHTE EINER FAMILIE mit dem Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion" ausgezeichnet wird.

Bereits im Januar konnten wir mit Freude verkünden, dass unsere Produktion für den Grimme-Preis nominiert wurde. Nun steht es fest: LANDGERICHT - GESCHICHTE EINER FAMILIE hat es geschafft und wird mit dem begehrten Award ausgezeichnet.

Preisträger sind die Drehbuchautorin Heide Schwochow, Regisseur Matthias Glasner, die Hauptdarsteller Johanna Wokalek und Ronald Zehrfeld sowie Szenenbildnerin Petra Heim. Der Zweiteiler nach dem preisgekrönten Roman von Ursula Krechel erhielt bereits bei den Seoul International Drama Awards den Golden Bird Prize in der Kategorie „TV-Movie“ sowie den Golden Magnolia Award beim Shanghai International Film & TV Festival.

Grimme-Preis-Nominierung 2018
Grimme-Preis-Nominierung 2018
Grimme-Preis-Nominierung 2018
 

Aus der Begründung der Jury: „‚Landgericht – Geschichte einer Familie‘ behandelt deutsche Zeitgeschichte unter einem wichtigen, aber bisher im Fernsehfilm selten gezeigten Aspekt. Ausgehend von der Erzählung der Trennung der Kornitzers in der Nazi-Zeit im ersten Teil, legt die Produktion ihren eindrucksvollen Schwerpunkt auf die Nachkriegszeit: Gezeigt wird eine Gesellschaft in der jungen Bundesrepublik, die von den jüdischen Opfern nichts wissen will. Ohne eine einzige Szene, in der Krieg und die Vernichtung explizit stattfinden, wird die Zerstörung durch die Rassenideologie extrem und unversöhnbar deutlich, und zwar in der kleinsten möglichen Form, der Familie. Ronald Zehrfeld und Johanna Wokalek verkörpern als Claire und Richard Kornitzer anfangs ein elegantes Berliner Paar und eine deutsche Modernität, die genauso unwiederbringlich zerstört wird wie ihre Familie.

Dem Drehbuch von Heide Schwochow gelingt es, zusammen mit einer beeindruckenden Schauspiel-Leistung von Wokalek und Zehrfeld, die Geschichte der Kornitzers für den Zuschauer über Jahrzehnte und mehrere Kontinente hinweg zusammenzuhalten. Die Ausstattung wirkt daran ebenso mit wie die gekonnte Handlungsführung. Selbst Szenen am Nebenschauplatz Kuba gewinnen durch Liebe zum Detail eine überzeugende Präsenz. Dabei seziert der Zweiteiler die gewaltsame Entfremdung von Menschen, die sich lieben. Erwähnt sei auch, gerade mit Blick auf die Gegenwart: ‚Landgericht‘ zeigt uns Flüchtlingsschicksal. Was da kaputt gemacht wurde, wird in ‚Landgericht‘ erst bei der Rückkehr Richard Kornitzers aus dem Exil drastisch sichtbar. Während der Glaube daran, irgendwann wieder als Familie zusammen zu sein, allen Kornitzers beim Überleben geholfen hat, finden sich nach dem Krieg einander entfremdete Eltern und halberwachsene Kinder wieder, die längst keine Familie mehr sind – sondern nur noch Einzelmenschen mit einem gespenstischen Phantomschmerz.“

LANDGERICHT – GESCHICHTE EINER FAMILIE erzählt die Geschichte der jüdisch-christlichen Familie Kornitzer, die Exil und Verfolgung in der Nazizeit überlebt und nach Kriegsende versucht, ihr Leben in Westdeutschland wieder aufzubauen. In den Hauptrollen spielten unter der Regie von Matthias Glasner Johanna Wokalek und Ronald Zehrfeld, in weiteren Rollen sind u.a. Barbara Auer, Ulrike Kriener, Katharina Wackernagel, Christian Berkel und Felix Klare zu sehen. Das Drehbuch schrieb Heide Schwochow, für die Kamera zeichnet Jakub Bejnarowicz verantwortlich.

LANDGERICHT – GESCHICHTE EINER FAMILIE ist eine UFA FICTION-Produktion in Koproduktion mit dem ZDF mit Förderung des FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern), des Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) und dem tschechischen Staatsfonds der Kinematografie-Filmförderung in Zusammenarbeit mit Global Screen. Die Redaktion liegt bei Caroline von Senden und Solveig Cornelisen (ZDF). Produzenten sind Benjamin Benedict und Sebastian Werninger. Ausführende Produzentin ist Verena Monssen. Koproduzent ist MIA FILM/Michal Pokorný.

Die Verleihung der Grimme-Preise findet am 13. April im Theater der Stadt Marl statt.

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