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LOTTE JÄGER UND DAS TOTE MÄDCHEN: Interview zur TV Premiere

Auf Zeitreise in Honeckers guter Stube: Zur TV-Premiere unseres ZDF-Krimidramas "Lotte Jäger und das tote Mädchen" haben wir Producerin Karoline Griebner zum Interview gebeten.

Die Dreharbeiten zu "Lotte Jäger und das tote Mädchen" führten unsere Producerin Karoline Griebner zurück in die versunkene Welt der DDR. Genauer: Auf Erich Honeckers berühmtes Schloss Hubertusstock inmitten der brandenburgischen Provinz. Hier ermittelt Schauspielerin Silke Bodenbender als lässige Kommissarin Lotte Jäger in einem ungeklärten DDR-Mordfall, der bis in die Gegenwart hineinreicht. Im Interview schildert Karoline Griebner, welches besondere Konzept für sie hinter unserem ZDF-Krimidrama steckt und wie sie die Dreharbeiten zu "Lotte Jäger und das tote Mädchen" erlebt hat.

In "Lotte Jäger und das tote Mädchen" wird Oberkommissarin Lotte Jäger als Spezialistin für ungelöste Kriminalfälle mit dem rätselhaften Tod einer jungen Frau in der DDR konfrontiert. Was unterscheidet die Geschichte von anderen Polit-Krimis?

Bei all ihrer Komplexität und politischen Brisanz ist unsere Geschichte vor allem hochpoetisch, genau das unterscheidet sie von anderen Polit-Krimis und auch von allem, was ich bisher gemacht habe. Darüber hinaus haben wir es hier mit einer außergewöhnlichen Ermittlerfigur zu tun! Lotte Jäger ist lässig, sexy und fast ein bisschen verpeilt. Aber sie nimmt ihr Gegenüber nicht nur ernst, sie fühlt sich mit feinnervigem Gespür in Dritte hinein – das ist wohl ihre bemerkenswerteste Eigenschaft.

"Lotte Jäger und das tote Mädchen"

Die Hauptfigur wühlt in der DDR-Vergangenheit und gerät dabei in ein Netzwerk aus Vertuschung, Politik, Macht und Ohnmacht. Gibt es Parallelen zu "Deutschland 83"?

Im Thema gibt es natürlich Ähnlichkeiten. Joachim Kosack hat diese Konstellation einmal "Liebe in Zeiten der staatlichen Unterdrückung" genannt, das trifft es sehr genau. Auch bei Lotte Jägers Fall haben wir es mit Willkür und Hilflosigkeit zu tun. Mit skrupellosen Mechanismen, denen sie nachgeht, die sie verstehen will, wobei sie schließlich erkennen muss, dass Vergangenes noch lange nicht Vergangenheit ist…

Welche Erinnerungen hast Du an die Drehzeit? Gibt es ein Erlebnis, dass Dir in besonders positiver Erinnerung geblieben ist?

Ich habe nur positive Erinnerungen an diesen Dreh. Wir hatten ein tolles Team, geniale Darsteller und einen derart üppigen Sommer, dass man gerade bei den historischen Bildern fast meint, die hitzetrunkene Luft von 1988 spüren zu können. Vielleicht hat das auch mit der einzigartigen Location, dem Jagdschloss Hubertusstock in der Schorfheide, zu tun. Schon die erste Motivtour glich einer Zeitreise. Für mich als DDR-Kind war das etwas ganz Besonderes: Honeckers gute Stube zu sehen, sein Riesenbadezimmer (Margot hatte ihre eigenen, deutlich kleineren Gemächer). Der Kriechgang zur Flucht in den Wald, dazu Schwimmbad, Kegelbahn, Schießstand, Bootshaus… Auch wenn das alles schon reichlich verfallen war und für Besucher anderer Herkunft allenfalls piefig anmutender durchschnittlicher Komfort, fand ich das sehr beeindruckend.

"Lotte Jäger und das tote Mädchen"
"Lotte Jäger und das tote Mädchen"
"Lotte Jäger und das tote Mädchen"
 

Zum Inhalt: Ein vermeintlicher Unfall im heutigen Berlin bringt Kommissarin Lotte Jäger (Silke Bodenbender) auf die Spur eines dubiosen Todesfalls, der sich kurz vor der Wende im Schloss Hubertusstock ereignet hat. Bei ihren Ermittlungen deckt sie ein Netzwerk aus Vertuschung, Politik, Macht und Ohnmacht der jungen Vergangenheit auf. Ins Visier gerät auch der einflussreiche Manager Weigel (Andreas Schmidt-Schaller), der zu DDR-Zeiten in gehobener Position im Außenhandelsministerium tätig war und bei den Jagdgesellschaften in Hubertusstock seine Kontakte pflegte.

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