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Teamwork & Tanzproben: Interview mit KUDAMM 56 Producer Marc Lepetit

"Hier greift ein Rädchen ins andere." Producer Marc Lepetit im Interview zum Dreh von "Ku'damm 56" über Teamwork, aufwendige Tanzproben und einen Mann, der plötzlich am falschen Ku'damm stand.

"Ku'damm 56" in aller Munde! Von "Ein Hauch 'Mad Men'" (Focus online) bis zu einer "Reise in die 50er Jahre" (stern.de). So oder ähnlich resümiert die Presse ihren Besuch am Set unseres ZDF Event-Dreiteilers mit großartigem Schauspielensemble (u.a. Claudia Michelsen, Emilia Schüle, Sonja Gerhardt, Maria Ehrich, Sabin Tambrea, Trystan Pütter). Durch aufwendige Kostüme, hochwertige Setdesigns und schweißtreibende Tanzproben gestaltet sich der Dreh für Cast & Crew zu einer mitreißenden Herausforderung. Wir haben Producer Marc Lepetit zum Interview gebeten und zeigen Impressionen vom Ku'damm-Set.

Wie lief das Tanztraining mit den Schauspielern ab?
Wir hatten mit Angelika Honig eine der erfahrensten Tanztrainerinnen und Choreographinnen an Bord. Schon Monate vor der Produktion erstellte sie einen detaillierten Plan, wer wann und mit welchem Tanzstil trainiert werden muss. Die Schauspieler wurden in verschiedenen Studios unterrichtet, mussten Choreographien lernen und die Schritte zu Hause einüben. Darüber hinaus trainierten unsere Hauptdarsteller Sonja und Trystan die Schritte und gerade auch Sprünge mit Doubles, die sie ab und an vertreten haben. Für die richtig riskanten Nummern gab es dann auch noch ein Artistenpaar. An den knackigen Tagen waren dann alle zusammen in einer Halle - eine intensive und schwitzige Angelegenheit!

Am Set von Ku'damm 56

Welche Szenen waren für Dich innerhalb der letzten Wochen besonders einprägsam?
Puh, nach fast 60 Tagen ist das immer schwer zu sagen. Neben den unglaublichen Sets und dem tollen Cast ist mir "im Kleinen" der Werbeclip-Dreh für einen Schnellkochtopf namens "Pronto-Fix" im Gedächtnis geblieben. Film im Film ist irgendwie immer schräg. Erst recht, da unser Regieassistent dann auch noch den Produzenten des Werbefilms spielte. Dann natürlich die Hochzeitsfeier und der Jahresball in der Tanzschule: Unmengen Schauspieler, Livemusik, fliegende Brautsträuße und Männer, die bei einer Prügelei im Buffett landen. Und außerdem aktuell unser Dreh auf "unserem" Ku'damm. Eine unserer Mitarbeiterinnen erzählte die Anekdote von einem Mann, der aus der U-Bahnstation kam und dabei telefonierte. Der Ausgang war mitten in unserem Set, also stand er irgendwann komplett "Bildmitte". Und auf die Frage am Telefon, wo er denn gerade sei, antwortete er "am Ku'damm". Nur dass unser Ku'damm eben auf der Richard-Wagner-Straße war...

Am Set von Ku'damm 56
Am Set von Ku'damm 56
Am Set von Ku'damm 56
Am Set von Ku'damm 56
Am Set von Ku'damm 56
Am Set von Ku'damm 56

Wie aufwändig war die „Umgestaltung“ ganzer Berliner Straßenzüge in den Ku’damm der 50er Jahre?
Uns fiel bei der Recherche mit Szenenbildner Lars Lange auf, wie "baumlos" Berlin in den 50ern war. Gerade der Ku'damm. Auch waren viele Gebäude noch eher Bauschutt und Lücken, die dann mit den Jahren gefüllt wurden. Trotzdem waren die Nachkriegs-Aufräumarbeiten damals schon ziemlich abgeschlossen. Wir mussten vieles improvisieren oder auch digital herstellen. Grundsätzlich gestalten sich unsere Veränderungen häufig folgendermaßen: Schilder, Straßenlaternen und Schaufenster austauschen, Graffitis weg, 50er dran. Fertig. 

Welche wichtigen Szenen stehen jetzt bis Ende Oktober noch an?
Wir haben am Wochenende die großen Außenszenen-Drehs an "unserem" Ku'damm (in der Richard-Wagner-Straße in Charlottenburg) abgeschlossen. Jetzt gibt es noch einen längeren Dreh in unserer Rock'n'Roll Kneipe. Da wird noch einmal viel getanzt, was immer intensiv und spannend ist. Bei solchen Dreharbeiten merkt man jeden Tag, wie wichtig einzelne Szenen sind, da ist es wirklich schwer, zu gewichten. Aber ja - die "Mutter Brause" wird sicher noch einmal spektakulär.

Wie empfindest Du die Zusammenarbeit im Team?
Als sehr gut. Die ersten sechs Wochen war ich fast jeden Tag im Studio am Set, hatte mein Büro dort. Jetzt, wo die Produktion durch Berlin reist, ist das seltener. Aber ich finde es immer wieder toll, wie sich hier für drei Monate oft wildfremde Menschen zusammenfinden und gemeinsam für eine Sache arbeiten. Und dabei oft auch über ihre Grenzen hinausgehen. Jeden Tag aufs Neue. Hier greift, wenn alles so gut läuft wie bei uns, ein Rädchen ins andere. Und selbst, wenn es dann mal "ruckelt", findet man eine Lösung. Gemeinsam.

Fotos: ZDF und UFA Fiction

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