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Grimme-Preis 2015 für BORNHOLMER STRASSE

Was für einen Lauf: Zum dritten Mal in Folge wurde heute mit "Bornholmer Straße" eine UFA Fiction-Produktion mit dem Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ ausgezeichnet!

Die Preisträger, die für "Bornholmer Straße" die Ehrung entgegen nehmen dürfen, sind Regisseur Christian Schwochow, die Drehbuchautoren Heide und Rainer Schwochow, Hauptdarsteller Charly Hübner und Szenenbildner Lars Lange. Für Christian Schwochow ist es der zweite Grimme-Preis, 2013 erhielt er ihn bereits für die UFA Fiction-Produktion "Der Turm". Die Verleihung des 51. Grimme-Preises findet am 27. März statt.

Die Begründung der Jury

Keine Klopause, Geschichte wird gemacht! Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls haben Regisseur Christian Schwochow und die Drehbuchautoren Heide und Rainer Schwochow das Wunderwerk vollbracht, keinen staatstragenden Film über eines der prägendsten Ereignisse in der Geschichte Deutschlands zu machen – und doch wahrhaftig und berührend zu erzählen. „Bornholmer Straße“ beginnt als Farce. Stellvertretend für sein Land rumort es in den Gedärmen von Oberstleutnant Harald Schäfer. Erleichterung erscheint greifbar nah, doch erst muss Schäfer in eine neue Rolle hineinwachsen: Er muss eigenverantwortlich handeln und entscheiden, was mit der Masse an Bürgern passieren soll, die sich vor seinem Grenzübergang ansammelt, um einen Bummel nach Berlin (West) zu machen. 

Sich als Zuschauer in einen DDR-Grenzer am Abend des Mauerfalls hineinversetzen zu können und mit ihm diese bedeutsamen Stunden auch noch gern zu durchleben - das ist keine kleine Aufgabe für einen Schauspieler. Doch Charly Hübner meistert sie grandios. Er lässt uns an der Herzensbildung Harald Schäfers teilhaben, als gäbe es nichts Näherliegendes. Aber nicht nur für seine Figur haben die Filmemacher gleichermaßen Witz wie Respekt übrig. Auf engstem Raum bringen sie ein Ensemble zusammen, das die Absurdität der Situation genussvoll auszureizen versteht und doch die Tragik, die für Einzelne mit der historischen Zäsur des Mauerfalls verbunden ist, durchscheinen lässt. 

Als sich Schäfer schließlich einen Ruck gibt und den Grenzübergang öffnet, wagt es auch der Film, eine andere Richtung einzuschlagen. Die Szenen auf der Bösebrücke, auf die von Ost wie von West die Menschen strömen, sind unverstellt emotional. Sie bewegen ungleich mehr als in einem konventionell erzählten Drama, weil der Film nicht mit dramaturgischem Autopilot auf sie zusteuert und uns Zuschauern das Denken und Fühlen abnimmt. „Bornholmer Straße“ gelingt es, Geschichte aufregend neu, aber nicht – im Gegensatz zu so vielen aktuellen deutschen Fernsehfilmen - revisionistisch zu erzählen. Und trotz des an eine Farce gemahnenden Einstiegs wirkt der Film immer authentisch – Dank der überaus präzisen und subtilen Ausstattung, die die unwirkliche Atmosphäre der Grenze, ihrer Bewacher und der Bewachten zu keiner Minute vergessen macht.

„Das war’s dann wohl mit der DDR“, sagt ein Kollege zu Harald Schäfer. Das war’s dann hoffentlich mit klischierten Filmen über die DDR, sagt „Bornholmer Straße“ zu uns. (Quelle)

Der Grimme-Preis ist nicht die erste Auszeichnung, die unsere Mauerfallkomödie erhielt. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Film mit dem Bambi als „TV-Ereignis des Jahres“ ausgezeichnet und ist zudem für den Jupiter Award 2015 nominiert. Charly Hübner erhielt für seine schauspielerische Leistung als Oberstleutnant Harald Schäfer den Darstellerpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Ulrich Matthes erhielt die Goldene Kamera als "Bester deutscher Schauspieler“ u.a. für seine Rolle als Oberst Hartmut Kummer.

"Bornholmer Straße" stellt die dritte Produktion in Folge aus dem Hause UFA Fiction dar, die den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ verliehen bekommt. Im vergangen Jahr erhielt "Grenzgang" den renommierten Medienpreis. 2013 wurden "Der Fall Jakob von Metzler" sowie "Der Turm" geehrt. 

"Bornholmer Straße"
"Bornholmer Straße"
"Bornholmer Straße"
 

"Bornholmer Straße" erzählt unter der Regie von Christian Schwochow die Geschichte um Oberstleutnant Harald Schäfer und die überraschende Wendung am Grenzübergang Bornholmer Straße in den letzten Stunden der DDR. Das Drehbuch verfassten Heide und Rainer Schwochow nach Motiven aus „Der Mann, der die Mauer öffnete“ von Gerhard Haase-Hindenberg, der die Ereignisse am 9. November 1989 aus Sicht von Oberstleutnant Harald Jäger nachzeichnet. Zum Schauspielerensemble gehören u.a. Charly Hübner Milan Peschel, Ulrich Matthes und Rainer Bock.

Die Tragikomödie ist eine UFA Fiction-Produktion in Koproduktion mit dem MDR und der ARD Degeto sowie dem RBB für Das Erste. Produzenten sind Benjamin Benedict und Nico Hofmann, ausführender Produzent Sebastian Werninger, Producer Matthias Adler.

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