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WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK: Standing Ovation bei Filmpremiere in Rom

Update (17.10.2014): Wir präsentieren euch Bilder von der Filmpremiere, die gestern Abend am Internationalen Film Festival Rom stattfand, wo "Wir sind jung. Wir sind stark" die Sektion Cinema d’Oggi (Cinema today) eröffnete. Der Film wurde nach seiner Vorführung mit einer zehnminütigen Standing Ovation gefeiert. Dazu der Kommentar unseres Teams vor Ort: "Richtig geil!"

"Wir sind jung. Wir sind stark" - Int. Filmpremiere in Rom
"Wir sind jung. Wir sind stark" - Int. Filmpremiere in Rom
"Wir sind jung. Wir sind stark" - Int. Filmpremiere in Rom
 

23.09.2014„Ich mache keinen kommerziellen Film. Es gibt kein Liebespaar, das zusammenkommt, es gibt keine Diven, die vietnamesische Babys aus dem Feuer retten, und keine Helden, die Nazis verprügeln. Es kann nicht sein, dass nur solche Figuren uns ins Kino oder vor den Fernseher locken.“, so Regisseur Burhan Qurbani  über seinen neusten Film „Wir sind jung. Wir sind stark“. Nach „Shahada” (Wettbewerb Berlinale 2010) ist „Wir sind jung. Wir sind stark.“ der zweite Spielfilm des Nachwuchsregisseurs  und thematisiert die  ausländerfeindlichen Pogromen 1992 in Rostock-Lichtenhagen, die damit erstmals fiktional aufgearbeitet werden. Eine brisante Thematik, die Qurbani mit viel Feingefühl und Sensibilität beleuchtet. Im Rahmen des 9. Rome Film Festivals (16.10. bis 25.10.2014) feiert der Film nun  seine internationale Premiere: "Wir sind jung, wir sind stark" wird am 16. Oktober um 21:00 Uhr die Festival-Sektion Cinema d’Oggi (Cinema today) eröffnen. Darüber hinaus wird „Wir sind jung. Wir sind stark.“ am 21. Oktober die diesjährigen Internationalen Hofer Filmtage eröffnen. Das Festival gilt als eine der bedeutendsten Plattformen für deutsche Nachwuchsregisseure, auf der junge Talente entdeckt werden.

1980 als Sohn afghanischer Eltern in Deutschland geboren, zeichnet Regisseur Drehbuchautor Burhan Qurbani in „Wir sind jung. Wir sind stark.“ das Bild einer verlorenen Generation und das moralische Versagen der Gesellschaft, sich um die Menschen zu kümmern. Dafür konnte der Regisseur ein überzeugendes Schauspielerensemble um sich versammelen: TV- und Kinostar Devid Striesow sowie die Jungschauspieler Joel Basman, Saskia Rosendahl und Jonas Nay („Homevideo“).

Für Qurbani ist "Wir sind jung. Wir sind stark." darüber hinaus der erste große Kinofilm mit Massenszenen und 1000 Komparsen. Gedreht wurde in Halle, da die Filmemacher nach einer Suche in ganz Ostdeutschland nur hier einen unsanierten Plattenbau fanden, der ihren Vorstellungen entsprach. Das Original in Rostock, das damals tagelang von Neonazis angegriffen worden war, ist mittlerweile saniert - und damit als Filmkulisse unbrauchbar.

"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."
"Wir sind jung. Wir sind stark."

Zum Inhalt: Rostock-Lichtenhagen 1992. In der verödeten Wohnsiedlung hängen die Jugendlichen herum und wissen nichts mit sich anzufangen. Tagsüber gelangweilt, harren sie der Nächte, um gegen Polizei und Ausländer zu randalieren. Auch Stefan (Jonas Nay), Sohn eines Lokalpolitikers (Devid Striesow), streift mit seiner Clique ziellos durch die Gegend. Es brodelt, aber immer nur bis kurz vor dem Siedepunkt. Ohne Job und eine Aufgabe finden die Freunde meistens nur sich selbst als Ziel kleinerer und großer Grausamkeiten. Liebe ist austauschbar, Freundschaft und Loyalität sind nur Beiwerk einer aufgesetzten Ideologie. Auch Lien (Trang Le Hong) lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin in der Siedlung, im sogenannten Sonnenblumenhaus, das von Vietnamesen bewohnt wird. Sie glaubt in Deutschland eine neue Heimat gefunden zu haben und will auch nach der Wende bleiben. Ihr Bruder dagegen plant die Rückkehr, weil er vor dem Hintergrund der wachsenden Anfeindungen um die Zukunft seiner Familie fürchtet. Es ist der 24. August als die Geschichten dieser Menschen zusammentreffen: Stefan führt mit seiner Gruppe die Krawalle vor dem Sonnenblumenhaus an, bis schließlich Molotow-Cocktails geworfen werden und eine tatenlos zuschauende Menge der Brandstiftung zusieht. Dabei eint sie  alle die Sehnsucht nach einer Heimat, nach Liebe und Anerkennung, einer Alternative im Leben und ihrem Traum vom Glücklichsein. Ihre Konflikte und Katastrophen spiegeln eine Gesellschaft, die in einer lauen Sommernacht gegen die Wand fährt.

Quellen:
faz.net / "Film über Rostock-Lichtenhagen. Dem Monster ins Antlitz schauen" / Jörg Thomann / 23.04.2013
mz.web / "Regisseur Burhan Qurbani: Wir sind wie Vögel" / 08.05.2013

 

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"Wir sind jung. Wir sind stark." - offizielle Homepage (Zorro Filmverleih)

 

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